Im Jahre 1982 erzählt Primo Levi einem Fremden, den er in den Bergen traf, seine Geschichte.
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Die Erzählung ist in siebzehn Kapitel eingeteilt: Tauwetter, Das Große Lager, Der Grieche, Kattowitz, Ceasare, Victory Day, Die Träumer, Nach Süden, Nach Norden, Ein Kuritsachen, Alte Straßen, Wald und Weg, Ferien, Theater, Von Staryje Doroghie nach Jasy, Von Jasy an die Demarkationslinie, Das Erwachen. Kapitel I–III Der Augenzeugenbericht des Autors beginnt mit der Schilderung von Schicksalen der Gefangenen des Konzentrationslagers in den zehn Tagen zwischen dem Abzug der SS und der Etablierung erster Hilfsmaßnahmen durch die Rote Armee und polnische Helfer. Während die SS die „gesunden“ Häftlinge in die KZ Mauthausen und KZ Buchenwald „evakuiert“, bleiben achthundert kranke Häftlinge im Lager zurück. Als der Bericht beginnt, sind noch zirka 300 Häftlinge übrig, zwei Drittel davon so schwer krank, dass sie noch nach dem Eintreffen der Sowjetarmee versterben. Zu den geschilderten Schicksalen gehören auch die einiger Kinder. Das des etwa drei Jahre alte Hurbinek, der vielleicht in Auschwitz geboren wurde und dessen Namen niemand kennt; der unfähig ist zu sprechen und zu laufen und noch Anfang März, nach der Befreiung des Lagers, stirbt. Henek-König, der 14-jährige ungarische Jude, der trotz allem versuchte, Hurbinek zu helfen. Er selbst überlebte im Lager als Kapo des Kinderblocks. „Der kleine Kiepura“, der als Zwölfjähriger der Bursche und Schützling des Lagerkapos wurde, schließlich die zynische Sprache der Kapos verinnerlichte und davon träumte, selbst Kapo zu werden. Der Februar wird für den Autor, nach dem Umzug von Auschwitz Monowitz ins neue Lazarett des Großen Lagers, zum Beginn der Abreise aus Auschwitz. Levi entkommt, langsam vom Scharlach genesend, der neuen Hierarchie der alten Kapos im nun durch die Russen verwalteten Lager. Mit zehn Kameraden erreicht er auf einem Militärfahrzeug die Bahnlinien nach Kattowitz und Krakau. Er und seine Kameraden nehmen den Zug nach Krakau. Mit Mordo Nahum, einem sprachgewandten Juden aus Saloniki, entdeckt Levi das turbulente Leben in Krakau, wo sich bereits ein großer Schwarzmarkt etabliert hat. Von Krakau aus brechen sie in Richtung Kattowitz auf und kommen nach drei Tagen dort an. Nach Aufenthalten in Trzebinia und an einem Rot-Kreuz-Versorgungspunkt in Szczakowa erreichen sie schließlich ein Sammellager in Bogucice. Kapitel IV–VI In Bogucice findet der vielsprachige Levi Arbeit als Assistent der Krankenschwester Marja Fjodorova Prima, die die Apotheke des Lagers betreut. Der italienische Arzt Leonardo setzt ihn außerdem in der Ambulanz ein. Levi erhält einen Ausweis, der ihm mehr Freiheiten verschafft. Bei der Erstellung des Patientenregisters der Ambulanz lernt er Galina, die Sekretärin der Kommandantur, kennen. Sie war in ihrer Heimat im Kaukasus auf der Straße angesprochen und zur Kommandantur mitgenommen worden. Sie folgte den Soldaten von der Krim bis nach Finnland. In Bogucice trifft Levi Cesare wieder, einen Italiener aus dem Lager Auschwitz, mit dem er sich anfreundet. Als die beiden zum ersten Mal in die Stadt Kattowitz gehen, sehen sie entsetzt „die Spuren der ungeheuerlichen Tragödie, die uns gestreift und wunderbarerweise verschont hatte: Gräber an jeder Wegkreuzung, stumme, hastig geschaufelte Gräber ohne Kreuz, unter dem Zeichen des roten Sterns, Gräber von sowjetischen Soldaten, die im Kampf gefallen waren. Ein endloser Soldatenfriedhof in einem Park der Stadt, Kreuze und Sterne durcheinander.“ Aber die Stadt lebt auf, die Kohlengruben arbeiten, es gibt einen Markt, Kinos und Cafés öffnen. Cesare erweist sich als ähnlich geschickter Händler wie Mordo Nahum, auch wenn seine Mentalität eine andere ist. „Der Grieche: ein einsamer Wolf, im ewigen Krieg gegen alle, vor der Zeit gealtert, eingeschlossen in der Beschränkung seines jämmerlichen Ehrgeizes; Cesare: ein Kind der Sonne, mit aller Welt gut Freund, keinen Hass und keine Verachtung kennend, wechselhaft wie der Himmel, vergnügt, schlau und naiv, mutig und vorsichtig, sehr unwissend, sehr unschuldig und sehr zivilisiert.“ Er ist ein geschickter Marktschreier, macht Geschäfte auch mit demobilisierten Soldaten und anderen Heimkehrern. Bald hat Cesare in der Stadt ein Mädchen, andere finden Anschluss in Familien, arbeiten in den Kohlengruben oder hinterm Ladentisch. Ende April steht in der Zeitung, dass Berlin gefallen ist. Es fegt ein Orkan der Begeisterung durch das Lager, die Kommandantur, durch Bogucice, Kattowitz, und durch ganz Polen. Der Fall Berlins und die Befreiung von den Nazis werden am achten Mai im Lager mit einer improvisierten Theaterveranstaltung gefeiert. Es gibt auch ein Fußballspiel zwischen Italienern und Polen. Levi erkrankt allerdings nach dem Heimweg im Regen an einer Pleuritis. Kapitel VII–X Levis Freunde, der Arzt Leonardo und Cesare, versuchen ohne Erfolg, Sulfonamide aufzutreiben. Sie finden allerdings in Dr. Gottlieb einen Arzt, der Auschwitz überlebte und es schaffte, „in wenigen Monaten ein wohlhabender Mann und der am meisten geschätzte Arzt von Kattowitz zu werden.“ Er kuriert Levi in drei Tagen. Die drei Wochen bis zur vollständigen Erholung verbringt Levi in einem Raum mit zwanzig Personen, die aus ihrem Leben erzählen: Der Maurer Avesi, der unentwegt flucht und schon überall in der Welt gearbeitet hat, Ferrari, der wie auch Cesare eine Diebesschule absolviert hat, Trovati, genannt Der Untergang, ein ehemaliger Friseur und Schauspieler aus Mailand, der inzwischen Theater und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden kann. Herr Unverdorben, Überlebender des KZ Birkenau, ein Komponist und Dirigent, der auch schon als Schiffskoch auf Überseelinien unterwegs war. Er ist ein ausdauernder und bereitwilliger Gesellschafter für den noch schwachen Levi. Da ist auch D’Agata, ein kleinwüchsiger, pedantischer Maurer mit panischer Angst vor Wanzen, die er energisch bekämpft. Während Levis Rekonvaleszenz macht die Nachricht einer bevorstehenden Repatriierung der Italiener im Lager Bogucice die Runde, die mit einer Fahrt nach Odessa beginnen soll. Die Italiener strömen in die Stadt, um vor der Reise die letzten Zloty gut anzulegen. Levi und Cesare geraten in den Laden einer Händlerin, die sie auf ein Bier einlädt, als sie sich als italienische Juden vorstellen. Dort erzählt die Berlinerin ihre Geschichte. Ihren Mann hatte die Gestapo bereits 1935 verhaftet. 1938 hatte sie nach einer Rede Hitlers, in der er seine Kriegspläne offenlegte, einen Brief an ihn geschrieben. Sie hatte ihm vom Krieg abgeraten, da zu viele Menschen sterben müssten und ihm vorgerechnet, er werde den Krieg verlieren. Daraufhin wurde ihre Wohnung und ihr Laden von Nazi-Schlägern verwüstet, sie musste vor der Gestapo aussagen, verlor die Lizenz für ihren Laden und wurde aus Berlin ausgewiesen. Daraufhin ging sie nach Schlesien, wo sie als Schwarzhändlerin lebte, bis die Deutschen den Krieg verloren hatten. Dann erhielt sie von den Polen ohne Probleme eine Lizenz für den Lebensmittelladen in Kattowitz. Mitte Juni 1945 setzt sich der Zug mit den Lagerbewohnern unter Leitung des Dr. Gottlieb nach Odessa in Bewegung. Während der sechstägigen Fahrt gelingt es dem Doktor, an den Haltepunkten die Versorgung der Reisenden zu sichern. Der Zug mit dem vermeintlichen Ziel Odessa fährt jedoch über Rzeszów, Przemysl, Lemberg, Ternopol nach Proskurov, dessen Bahnhof zum Treffpunkt und Rastplatz zahlloser displaced persons als auch russischer Soldaten geworden ist. Die Reise geht weiter bis zum Eisenbahnbahnknotenpunkt Schmerynka, 350 km von Odessa entfernt, wo sich Gottlieb mitsamt Bruder und Schwager mit einem Militärtransport nach Odessa absetzt. Levi beobachtet zahlreiche ukrainische Zwangsarbeiterinnen, die aus Deutschland zurückkehren. Odessa aber bleibt, wahrscheinlich wegen der Transporte alliierter Truppen, für ihn unerreichbar. Ihr Zug fährt weiter über die Beresina nach Sluzk. Unterwegs trifft er auf Mordo Nahum, der jetzt ein improvisiertes Bordell betreibt. Nach zehn Tagen sollen die Italiener in das 70 km entfernte Sammellager in Staryje Doroghi marschieren. Am 20. Juli beginnt für Levi der Marsch entlang der zerstörten Autobahn Warschau-Moskau durch die Steppe. Unterwegs setzen sich Levi, Cesare und ihre engeren Kameraden von der Karawane ab. Abends organisieren sie im Dorf ein Huhn für ihr Abendessen, das sie bei den Dorfbewohnern gegen sechs Teller eintauschen. Kapitel XI–XIV Am nächsten Morgen liegen noch dreißig Kilometer Fußmarsch, vorbei an den Prypjatsümpfen, vor ihnen. Ein Bauer fährt sie jedoch mit seinem Eselskarren nach Staryje Doroghi. Im Wald liegt das riesige Rote Haus, in dem die 1400 Reisenden und auch die russischen Soldaten, die das Lager bewachen, wohnen sollen. Die Russen machen bei Verpflegung und Unterkunft keinen Unterschied zwischen den Soldaten und ihren Gästen. Cesare beginnt einen Handel mit Waren, wie getrocknetem Fisch, den die Italiener für ungenießbar halten, der aber als Tauschobjekt im Dorf taugt. Das Rote Haus bleibt ihre Herberge vom 15. Juli bis zum 15. September 1945. Die Bauern der umliegenden Dö
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