Dokumentarfilm 2018 28m

Sankofa

Regie: Princess Garrett

Noch keine Kinokritiker-KritikEine redaktionelle Einordnung folgt, sobald sie veröffentlicht ist.

Zum Film

Handlung, Szenen & Fakten

Handlung spoilerarm

Worum es geht

Die Spuren des Kolonialismus sind überall sichtbar – nicht nur in den betroffenen Ländern, sondern auch in jenen, die davon profitiert haben. Die Art und Weise, wie die einzelnen Länder mit diesem Erbe umgehen, unterscheidet sich jedoch auf interessante Weise. Ein treffendes Beispiel für diese Unterschiede ist die Figur des schwarzen Mannes – betrachtet sowohl aus der Sicht der Gesellschaft als auch aus seiner eigenen Perspektive. Dieser Dokumentar-Kurzfilm begibt sich auf eine poetische Reise durch die Lebenswelt schwarzer Männer und stellt dem Publikum Godsway Anderson und Marcquis Graham vor – zwei schwarze Männer aus Ghana beziehungsweise den USA. Ihre gegensätzlichen Geschichten veranschaulichen die heutigen Auswirkungen des Kolonialismus und gehen der Frage nach, wie sich die Leben dieser beiden einzigartigen Männer aus unterschiedlichen Ländern – trotz aller scheinbaren Unterschiede – auf faszinierende Weise berühren.

Ausführliche Handlung anzeigen Quelle: Wikipedia
Kojo wächst mit seiner Familie in ärmlichen Verhältnissen nahe einer Elektroschrott-Müllhalde in Ghanas Hauptstadt Accra auf. Sein Vater Akwasi bevorzugt seinen älteren Bruder Kofi und versucht, Kojo von der Müllhalde und dem Metallsammeln aus alten, westlichen Elektrogeräten fernzuhalten. Er setzt auf Bildung und sorgt dafür, dass seine Söhne Lesen und Schreiben erlernen. Durch Zufall treffen Kojo und seine Freunde eines Tages auf einen sogenannten Borga, also einen Landsmann, der es im Ausland augenscheinlich zu Wohlstand gebracht hat. Dieser gibt Kojo den Rat, hinsichtlich der Regelbefolgung im Leben einen Mittelweg einzuschlagen: Bei Befolgung aller Regeln bringe man es im Leben zu nichts; halte man sich aber an keinerlei Regeln, werde man irgendwann umgebracht. Die Kunst bestehe darin, zu erkennen, wann man Regeln befolge und wann nicht. Die Begegnung beeindruckt den Jungen nachhaltig. Zehn Jahre später unterstützt Kojo als Erwachsener seine Familie mit der Arbeit auf der Müllhalde. Immer noch fühlt er sich von seinem Vater ungerecht behandelt. Als Kojo von seinem Jugendfreund Nabil das Angebot erhält, mit ihm in Deutschland ein neues Leben anzufangen, willigt er ein. Nabil kennt dort mit seinem Onkel Ebo einen reichen Borga. Während Nabil auf der gefährlichen Reise über Lagos und Marokko in Algerien ums Leben kommt, gelangt Kojo nach Mannheim. Dort muss er erfahren, dass Ebo ein Leben in Wohlstand nur vorgetäuscht hat. Kojo lebt als Obdachloser auf der Straße, ehe er durch Zufall Arbeit von seinem Landsmann Bo erhält. Dieser lässt Elektroschrott einsammeln und in Containern in die Heimat verschiffen. Kojo beeindruckt Bo fortan durch seinen Fleiß. Bald träumt er von einem eigenen Geschäft, wird aber von seinen Arbeitskollegen nur müde belächelt. Eines Tages leiht sich Kojo heimlich von Bo elegante Kleidung aus und trifft in einem Club auf die ältere deutsche Sanitäterin und alleinerziehende Mutter Lina. Die beiden werden ein Paar. Um mehr Geld zu verdienen und ein Borga zu werden, lässt sich Kojo von Bo dazu überreden, mit falschen Papieren als Drogenkurier (Muli bzw. Packesel) zwischen Accra und Deutschland zu arbeiten. Mit einem finanziellen Vorschuss ausgestattet, tritt er in seiner Heimat als reicher Borga auf. Dort trifft er seinen Neffen Ekbo wieder. Kojo erfährt, dass sein Vater Akwasi mittlerweile verstorben ist und auch Kofis Ehefrau, Ekbos Mutter, nicht mehr lebt. Die Familie seines Bruders, der ihm die jahrelange Abwesenheit zunächst noch übel nimmt, unterstützt er fortan von Deutschland aus mit Geld und teuren Geschenken: Eine Leistung, die Kojo anfangs noch freiwillig erbringt, die bald aber auch mehr und mehr von ihm gefordert wird (Black Tax). Wieder zurück in Mannheim, beginnt Kojo selbst Elektrogeräte nach Ghana zu exportieren. Als Zeichen der Verbundenheit schenkt er Lina eine Halskette mit dem westafrikanischen Sankofa-Symbol. Nachdem aber Lina mehrere gefälschte afrikanische Pässe bei ihm entdeckt, sagt sie sich von Kojo los. Auch das Geschäft in Ghana gerät ins Stocken, als der Container mit Elektroschrott nicht wie versprochen von Ekbo am Hafen abgeholt wird. Kojo regelt die Angelegenheit vor Ort in Ghana, muss jedoch feststellen, dass ein von ihm in Aburi mit 100.000 Cedi (im Jahr 2021 etwa 14.000 Euro) finanziertes und für seine Mutter bestimmtes Haus mit Grundstück nie von Kofi und Ekbo fertiggebaut wurde. Im Streit mit seinem Bruder erfährt er auch, dass seine Familie in der Heimat aufgrund seines Status mit höheren Lebensmittelpreisen konfrontiert und Ekbo mehrfach ausgeraubt wurde. Ekbo versucht seinem Onkel nachzueifern und sich nach Deutschland durchzuschlagen. Seine letzte Nachricht setzt er aus der algerischen Oase Tamanrasset ab, Ekbos weiteres Schicksal bleibt ungewiss. Als sich ein Arbeiter beim Hantieren mit Kojos importierten Elektroschrott schwer verletzt, kommt es zu einem Aufruhr, dem der „Chief“ der Gemeinschaft, trotz Kofis Flehen, keinen Einhalt gebietet. Von schweren Brandverletzungen gezeichnet, flüchtet Kojo nach Deutschland, wo ihn Lina gesundgepflegt. Er sorgt dafür, dass Bo für seine Elektroschrott-Lieferungen in Ghana keine Abnehmer mehr findet und kehrt in seine Heimat zurück. Dort schließt Kojo Frieden mit seinem Bruder. Beide bauen das Haus für ihre Mutter fertig und finden neue Partnerinnen.

Ausführlichere Inhaltsangabe aus Wikipedia (Handlung, DE), Lizenz CC BY-SA 4.0. Der Bereich kann Spoiler enthalten.

Besetzung

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