Nur wenige Menschen zieht es im Winter ins eisige Murmansk am nördlichen Polarkreis. Die schüchterne finnische Archäologiestudentin Laura aber ist fest entschlossen, die berühmten Felsenmalereien der Stadt zu besichtigen – eine unglückliche Romanze, die sie in Moskau hinter sich lässt, motiviert ihren Entschluss umso mehr. Die Aussicht auf eine beschauliche Eisenbahnreise zerschlägt sich schnell als Laura ihren Mitreisenden im Abteil Nr. 6 kennenlernt: Ljoha ist Bergarbeiter, trinkfest und laut, ein Typ, der keine Grenzen zu kennen scheint und Lauras schlichtweg ignoriert. Doch während der nächsten Tage ihrer gemeinsamen Reise müssen die ungleichen Passagiere auf engstem Raum miteinander auskommen lernen. Der Beginn einer unerwarteten Annäherung.
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Einer der Drehorte: der Witebsker Bahnhof in Sankt Petersburg Die Handlung spielt Ende der 1990er Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion in Russland. Die finnische Archäologiestudentin Laura lebt in Moskau in einem für sie faszinierenden intellektuellen Milieu. Sie hatte eigentlich mit ihrer Geliebten Irina eine Reise nach Murmansk geplant, um dort die neuentdeckten Kanosero-Petroglyphen zu besichtigen, spektakuläre Felsritzungen aus der Steinzeit. Da Irina jedoch aufgrund ihrer Arbeit verhindert ist, fährt Laura allein. Die Fahrt auf der Murmanbahn soll über zwei Tage dauern. Im Zug muss sie das ihr zugewiesene Zweite-Klasse-Abteil Nr. 6 mit dem Russen Ljocha teilen, der im Bergwerk von Murmansk Arbeit finden will. Als er anfängt, sich zu betrinken, fragt er Laura, was „Ich liebe Dich!“ auf Finnisch heißt. Sie sagt ihm einen Satz, dessen wahre Bedeutung jedoch nur der Zuschauer im Untertitel sehen kann, denn es bedeutet „Scher' dich zum Teufel!“. Schließlich fragt Ljocha ganz unverblümt und schon sehr alkoholisiert, ob sie ihm, Zitat: „Ihre Muschi verkaufen will.“ Um dieser unangenehmen Situation aus dem Weg zu gehen, meidet sie ihr Abteil, bis Ljocha einschläft. Es gelingt ihr auch nicht, mittels angebotenem Schmiergeld an die Zugbegleiterin in ein anderes Abteil umziehen zu können. Als der Zug in Sankt Petersburg hält, will Laura die Reise abbrechen und nach Moskau zurückkehren. Aber nach einem Telefonat mit Irina, in dem ihr klar wird, dass diese sie nicht vermisst, fährt sie doch weiter. Bis zum nächsten Halt fährt eine dreiköpfige Familie in ihrem Abteil mit, die offensichtlich die Atmosphäre entspannt. Ljocha und Laura kommen danach doch noch ins Gespräch. Beim nächsten Halt bleibt der Zug die ganze Nacht über stehen. An diesem Ort wohnt Ljochas Großmutter. Er lädt Laura ein, mit ihm die Nacht in ihrem Haus zu verbringen. Laura lehnt zunächst ab, willigt dann aber ein, als Ljocha hartnäckig bleibt. Sie trinken miteinander reichlich Wodka und schaffen es am nächsten Morgen gerade noch rechtzeitig zurück zum Zug. Als Laura bei einem weiteren Halt einen heißen Tee holt, bemerkt sie, wie ein Finne von der Zugbegleiterin abgewiesen wird, weil er kein Ticket für ein Abteil hat – er versteht allerdings kein Russisch. Laura lädt ihn ein, in ihr Abteil zu kommen. Ljocha missfällt der neue Gast, doch Laura freundet sich schnell mit ihm an, denn er spielt sehr gut Gitarre. Kurz vor der Nacht verlässt er den Zug wieder. Nach seiner Verabschiedung merkt Laura, dass er ihre Videokamera gestohlen hat. Das macht sie sehr traurig, weil auf dieser all ihre Erinnerungen an Moskau gespeichert waren. Trotz seiner noch kurz zuvor gezeigten Eifersucht wegen Lauras Seitenhieb bedauert nun Ljocha das unschöne Vorkommnis ebenfalls. Kurz vor der Endstation kommen sich Ljocha und Laura schließlich doch noch etwas näher. Es beginnt ein Wechselspiel zwischen Anziehung und Zurückweisung. Sie gehen sogar zusammen ins Zugrestaurant zum Abendessen. Laura offenbart Ljocha, dass sie ihn heimlich beim Schlafen gemalt hat und fordert ihn auf, auch sie zu malen. Er beginnt, will sein Bild aber nicht vorzeigen. Nach weiteren Irritationen kommt es im Abteil Nr. 6 zu einer innigen Umarmung und zum Kuss. Laura will die Kontaktdaten austauschen, Ljocha wehrt aber ab. In Murmansk angekommen verlassen beide den Zug und gehen in verschiedene Richtungen auseinander. Ljocha bringt Laura letztlich zu den Kanosero-Petroglyphen In der Stadt erkundigt sich Laura, wie sie zu den Petroglyphen kommen kann. Sie erfährt jedoch, dass es im Winter keinen befahrbaren Weg gibt. Bei einem weiteren Telefonat mit Irina, der sie unbedingt die schlechte Nachricht mitteilen will, bemerkt Laura, dass diese daran eigentlich nicht interessiert ist. Laura fährt mit dem Taxi zu dem Bergwerk, in dem Ljocha arbeitet, und gibt dort einen Zettel mit ihrer Adresse für ihn ab. Daraufhin kommt er zu ihrem Hotel und bietet ihr seine Hilfe an, um zu den Petroglyphen zu gelangen. Sie lassen sich von einem Freund Ljochas mit dem Auto zum Kanosero-See fahren; dort überreden sie Arbeiter, sie über den See zu den Petroglyphen zu bringen, obwohl erst am Vortag jemand bei einer stürmischen Überfahrt auf dem Wasser verunglückt ist. Laura entdeckt die Inschriften und ist glücklich. Beide sind gelöst und toben im Schnee umher. Auf dem Rückweg kommen sie in einen Schneesturm, was das Paar aber offensichtlich nicht stört. Zurück beim Bergwerk verlässt Ljocha das Taxi, hält aber nochmals zurückblickend inne: Laura entschließt sich allerdings nicht, auszusteigen. Er hinterlässt ihr jedoch über seinen Freund seine Zeichnung von ihr aus dem Zug. Ljocha hat auf die Rückseite der Zeichnung den Satz auf Finnisch „Scher' dich zum Teufel!“ geschrieben. Doch nur Laura kennt den wahren Sinn des Satzes, der eigentlich „Ich liebe Dich!“ bedeuten sollte. Dieses nette Missverständnis amüsiert sie sichtlich auf ihrer Rückfahrt nach Moskau. ↑ David Rooney: 'Compartment No. 6' ('Hytti Nro 6'): Film Review. In: The Hollywood Reporter, 10. Juli 2021.
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