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Oberst Graf Hyacinthe Chabert wurde im Vierten Koalitionskrieg auf dem Feldzug Napoleons nach Ostpreußen in der Schlacht bei Preußisch Eylau (1807) schwer verwundet. Er wurde für tot gehalten und bestattet, konnte sich aber aus dem Massengrab befreien und wurde von Bauern gesundgepflegt. Nach einer langen Odyssee nach Paris zurückgekehrt konnte er seine Identität nicht nachweisen, da er mittlerweile offiziell (sogar durch den Kaiser selbst) für tot erklärt worden war. Seine vermeintliche Witwe hatte in der Zwischenzeit den Grafen Ferraud geheiratet (von dem sie auch zwei Kinder bekommen hatte) und mit Hilfe von Chaberts Vermögen eine anerkannte Stellung in der Pariser Gesellschaft eingenommen. Sie hat daher keinerlei Interesse, die Rückkehr des Obersten anzuerkennen, während der völlig verarmte Chabert über keine Mittel verfügt, um einen Prozess zur Anerkennung seiner Rechte zu führen. In seiner Not wendet sich Chabert an den Advokaten Derville (damit beginnt die Erzählung). Er kann Derville für sich einnehmen, so dass dieser nicht nur bereit ist, die Angelegenheit Chaberts zu übernehmen, sondern ihm auch noch Mittel zum Lebensunterhalt vorstreckt. Auf Grund eines möglicherweise langwierigen Prozesses rät Derville allerdings zu einem Vergleich mit der Gräfin Ferraud. Derville sucht die Gräfin auf, um mit ihr darüber zu verhandeln. Er hat unterdessen deren schwache Stelle erkannt, denn der Graf Ferraud hat seinerseits ein Interesse an der Aufhebung der Ehe, weil er dann Aussicht auf eine vorteilhaftere Partie und Einsetzung in den Pairsstand hat. Die Gräfin ist daher grundsätzlich zu einem Vergleich bereit, bei dem ihre zweite Ehe anerkannt wird und Chabert eine Leibrente aus seinem Vermögen erhält. Als sie eine Woche später bei Derville zum Abschluss der Vereinbarung erscheint, erklärt sie jedoch, dass die verlangte Leibrente mit 24.000 Francs zu hoch sei. Damit erscheint ein Prozess unvermeidlich. Als Chabert die Kanzlei verlässt, passt ihn die Gräfin ab und nimmt ihn in ihr Landhaus mit, wo sie ihn mehrere Tage beherbergt und ihm die verzweifelte Gattin und Mutter vorspielt, die vor allem an das Wohl ihrer Kinder denke. Chabert lässt sich tatsächlich einspinnen und ist schon bereit, ohne Derville einen für ihn sehr ungünstigen Vertrag zu unterzeichnen, durch den er letzten Endes seinen Namen und sein gesamtes Vermögen ohne Gegenleistung verlieren würde. Im letzten Augenblick erkennt Chabert die Intrige. Angewidert von der Niedertracht seiner Frau verzichtet er freiwillig auf Namen und Vermögen. Als Derville, der glaubt, Chabert habe sich stillschweigend mit der Gräfin Ferraud verglichen, bei dieser seine Auslagen geltend machen will, lässt diese ihm mitteilen, Chabert habe zugegeben, ein Hochstapler zu sein. Derville trifft Chabert einige Zeit später bei Gericht, wo dieser als Landstreicher verurteilt wird. In einem kurzen Gespräch erkennt Derville jedoch, dass Chabert kein Betrüger ist, sondern ein Ehrenmann, den seine Frau um alles gebracht hat. Viele Jahre später (1840) trifft Derville Chabert ein letztes Mal in einem Armenasyl (Bicêtre), wo der ehemalige Oberst in seinen letzten Jahren dahinvegetiert. Derville schließt die Erzählung mit den Worten: „… sämtliche Gräuel, die die Romandichter zu erfinden glauben, bleiben noch hinter der Wirklichkeit zurück ….“
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