Puccini zeichnet Manon als eine scheinbar selbstbewusste Frau, die vom Verlangen nach Luxus getrieben den Reichtum wahren Gefühlen vorzieht. Skizzenhaft wird die schicksalhafte Irrfahrt von Manon erzählt, die in einer Welt lebt, die mehr von Rissen als von Küssen definiert wird. Am Ende gelangen Manon und ihr Geliebter Des Grieux in die Wüste von New Orleans, irren „allein, verloren, verlassen“ ihrem sicheren Tod entgegen, getrieben von Durst und geschwächt durch fürchterliches Fieber. Hier, und nur hier, können sie sich endlich lieben. Bevor jedoch Manons Leben erlischt, beteuert sie ihre ewige Liebe: „Meine Sünden… werden in Vergessenheit geraten, doch meine Liebe wird nicht sterben…“
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Erstes Bild: „Bahnhofshalle einer französischen Großstadt“ Mitten im Bahnhofstrubel warten der Student Armand des Grieux und sein Freund Francis lesend auf einen Zug. Als dieser angekündigt wird, verabschiedet sich Francis und geht. Manon Lescaut und ihr Bruder erscheinen, und Manon setzt sich zu ihm, während Lescaut an die Bar geht. Armand und Manon unterhalten sich zwanglos. Sie ist auf dem Weg in ein Pensionat in Lausanne; er sehnt sich nach einer Freundin, doch die Mädchen der Großstadt scheinen ihm unerreichbar. Beide stellen fest, dass sie unter ihrer Einsamkeit leiden. Kurz entschlossen gehen sie gemeinsam fort. Lescaut beobachtet das, ohne einzugreifen. Zweites Bild: „Kleines Mansardenzimmer in Paris“ Manon und Armand leben zusammen in einer ärmlichen Wohnung. Sie sind glücklich, doch das Geld geht ihnen aus. Armand hat sein Studium aufgegeben und sein Vater den Unterhalt eingestellt. Er macht sich auf den Weg, um Francis um ein Darlehen zu bitten. Da erscheint Lescaut und erzählt von seiner Begegnung mit dem alten Lilaque, einem reichen Mann, der ein guter Freier für Manon wäre und vor dem Haus warte. Er rät Manon, sich ihre Wünsche rücksichtslos zu erfüllen. Je grausamer sie ihre Verehrer behandle, desto höher werde sie steigen. Nach einigem Zaudern ist Manon einverstanden. Sie gibt Lilaque am Fenster das vereinbarte Zeichen. Drittes Bild: „Elegantes Boudoir bei Monsieur Lilaque“ In der Wohnung ihres Verehrers schreibt Manon Armand einen Brief und berichtet ihm von ihrem neuen Leben im Reichtum. Sie bedauert, ihn nicht empfangen zu können, doch halte sie jeden Nachmittag im Park aus ihrem Wagen nach ihm Ausschau. Ihr Bruder tritt herein und zerreißt den Brief vorwurfsvoll. Da sie ihm kein Geld geben will, bricht er Lilaques Geldschrank auf, um sich selbst zu bedienen. Er wird jedoch vom Hausherrn ertappt, der daraufhin beide hinauswirft. Viertes Bild: „Universitätsbibliothek“ Armand und Francis studieren in der Bibliothek. Während Francis von den Büchern fasziniert ist, kann Armand nur an Manon denken. Francis erzählt ihm, dass er sie am Vortag mit einem neuen Verehrer im Café gesehen habe. Armand kann nicht glauben, dass sie in einen Diebstahl verwickelt sein soll. Francis steht auf und geht zu den anderen Studenten. Unterdessen setzt sich Manon neben Armand und liest sein Buch mit – Liebesgedichte Catulls, deren Inhalt ihrer eigenen Situation entspricht. Beide versichern einander ihre Liebe. Als sei nichts geschehen, verlassen sie zusammen die Bibliothek. Fünftes Bild: „Kaschemme“ Armand flüchtet mit Hilfe von Drogen aus der Realität. Lescaut kommt mit dem jungen Lilaque herein und verkauft ihm Kokain. Lilaque bittet Armand, bei Manon ein gutes Wort für ihn einzulegen. Als Manon erscheint, nimmt Armand sie in seinem Rausch als Tänzerin wahr. Sich selbst hält er für Orpheus nach dem Verlust Eurydikes. Manon versichert ihm, dass sie ihn weiterhin liebe. Lilaque drückt Armand in seinen Stuhl, auf dem dieser einschläft, und geht mit Manon fort. Lescaut folgt ihnen. Ein junges Mädchen überreicht Armand einen Brief, in dem Manon ihn für den nächsten Abend in Lilaques Wohnung einlädt, da dieser auf Reisen gehe. Armand schläft wieder ein. Sechstes Bild: „Im Haus Lilaque fils“ Die geteilte Szene zeigt ein Vorzimmer mit Telefon und das Schlafzimmer von Lilaque fils mit einem großen Bett. Es ist ein grauer Morgen. Manon und Armand haben die Nacht zusammen verbracht. Lescaut tritt mit einem Diener herein und mahnt zum Aufbruch. Während der Diener aufgebracht am Telefon spricht, rät Lescaut dem Paar, die Hintertreppe zu nutzen, um nicht entdeckt zu werden. Lescaut bewundert ein Bild, dessen Stil ihn an Picasso erinnert, und schneidet es aus dem Rahmen. Die drei werden von Lilaque père ertappt, den der Diener gerufen hatte. Lilaque wundert sich, Manon hier vorzufinden. Seine alte Zuneigung zu ihr erwacht wieder, und er will sie ins Schlafzimmer führen. Manon sucht nach Ausreden. Unterdessen gelingt es dem Diener, ihm durch Zeichen auf Armand und Lescaut aufmerksam zu machen, die sich hinter einem Vorhang versteckt hatten. Lilaque lässt die Polizei rufen und versperrt die Tür. Lescaut gibt Manon einen Revolver. Ein Schuss löst sich, und Lilaque bricht zusammen. Lescaut verlässt mit dem Bild das Haus, während die anderen wie versteinert sind. Lilaque fils kommt herein und beugt sich über seinen toten Vater. Siebtes Bild: „Vor dem Gefängnis“ Manon wurde wegen Mordes festgenommen. An einem grauen Wintertag soll sie in ein anderes Gefängnis verlegt werden. Für den verzweifelten Armand ist dies die letzte Gelegenheit, sie noch einmal zu sehen. Während er an die Mauer gelehnt wartet und sich seinen Gefühlen hingibt, werden die Tore geöffnet. Polizisten führen einige gefesselte Mädchen heraus. Der Platz füllt sich mit Passanten und Kindern, die das „Jubilate, exultate“ singen. Auch die beiden Lilaques beobachten die Szene von einem Wagen aus.
Ausführlichere Inhaltsangabe aus
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