Ursula Gothe ist glücklich verheiratet und liebt ihren kleinen Sohn Helmut über alles. Ihr Mann Dr. Richard Gothe steht in seiner Firma kurz vor der Beförderung zum Direktor. So sind die materiellen Entbehrungen des Zweiten Weltkrieges für die Familie Vergangenheit. Ursulas Leben scheint perfekt, doch dann wird ihre traurige Vergangenheit auf einen Schlag wieder aufgewühlt. In einer Zeitschrift entdeckt sie das Foto eines kleinen Mädchens, das im Krieg auf der Flucht auf tragische Weise von seiner Mutter getrennt wurde und seitdem in einem Kinderheim lebt. Ursula ist fassungslos vor Freude und Schmerz, denn in dem “Suchkind 312” erkennt sie ihre lange vermisste Tochter Martina. Ursula schwankt zwischen dem tiefen Bedürfnis, ihre Tochter zu sich zu nehmen, und der Angst, mit dem Geständnis, ein uneheliches Kind zu haben, ihre Ehe aufs Spiel zu setzen. Denn ihr Mann Richard weiß nichts von Martina.
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Deutschland in der Nachkriegszeit: Nach einer entbehrungsreichen Zeit hat Ursula geheiratet, ohne ihrem Mann Richard zu sagen, dass sie bereits einmal verlobt war und ein Kind hatte. Sie geht davon aus, dass dessen Vater, Achim Lenau, in der Sowjetunion gefallen ist. Ihre Tochter Martina hat sie während der Flucht aus dem Osten verloren und glaubt, dass auch sie tot ist. Inzwischen ist sie Mutter eines Jungen namens Helmut und lebt in gut situierten Verhältnissen. Als sie in einer Illustrierten die Suchanzeige eines Mädchens entdeckt, glaubt sie, ihre Tochter wiederzuerkennen. Sie ist zutiefst erschüttert, hat aber große Angst, ihrem Mann, nachdem sie bisher geschwiegen hat, nun von diesem unehelichen Kind zu erzählen. Als sie ihm schließlich doch alles erzählt, übt er Druck auf sie aus, zunächst nichts zu unternehmen, um seine anstehende Beförderung nicht durch einen Skandal zu gefährden. Als Richards Schwester Johanna davon erfährt, überredet sie ihn dazu, das in einem Heim lebende Mädchen zu adoptieren. Da außerdem eine weitere Frau, die wohlhabende Ulla Krawinke, behauptet, die Mutter von Martina zu sein, muss der Fall vor Gericht entschieden werden (DNA-Analysen gab es damals noch nicht). Der totgeglaubte Achim ist inzwischen aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, das wird zu einer weiteren Belastung für Ursulas Ehe. Martina wird vor Gericht der Mutter zugesprochen, die das Mädchen aber sogleich an den Vater weitergibt, um ihre Ehe und die Beförderung ihres Ehemannes nicht zu gefährden. Letztlich scheitert die Ehe dennoch. Richard Gothe entzieht Ursula ihren kleinen Sohn Helmut und behauptet über alle Angelegenheiten des ehelichen Lebens allein entscheiden zu können (was nicht mehr zutraf, vgl. Entscheidung zum Rechtsnormcharakter des Gleichberechtigungssatzes). Als es zum Streit zwischen den Eheleuten kommt, wird Ursula bei einem Treppensturz, der von Richard allerdings nicht gewollt war, schwer verletzt. Im Krankenhaus kommt Richard Gothe zur Einsicht und gibt sowohl seine Ehefrau als auch sein Kind frei und Ursula, Achim, Martina und Helmut damit die Möglichkeit, zu einer Familie zu werden. Die Haupthandlung spielt 1954 in Niedersachsen. Der Film wurde allerdings in Berlin und Brandenburg gedreht. Unklar bleibt das genaue Alter des Kindes, da auf der von der hochschwangeren Ursula geöffneten Benachrichtigung, dass Achim vermisst wird, März 1944 steht, er aber später als Geburtsmonat November 1943 angibt (Filmfehler). ↑ Suchkind 312. Crew United, Lutz und Zenglein GbR, abgerufen am 9. Juli 2023.
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